peter andersDer „harte Hund“ wird 60: Peter Anders feiert heute einen runden Geburtstag und ist dabei in Gedanken schon wieder auf dem Platz. „Das schönste Geschenk wäre ein Dreier am Sonntag“, sagt der Trainer des FC 96. Im zarten Alter von sechs Jahren begann die Fußballerlaufbahn von Peter Anders bei der Spvgg. Erkenschwick. 
 
In der „Sportzentrale“ Romanski (ein Vereinsheim gab es noch nicht) hatte der Vater die Beitrittsserklärung unterschrieben.
 
In der „Sportzentrale“ Romanski (ein Vereinsheim gab es noch nicht) hatte der Vater die Beitrittsserklärung unterschrieben. Es folgte eine kurze, aber an Höhepunkten durchaus reiche Karriere. Kaum der A-Jugend entsprungen, stand Peter Anders 1967 schon beim Relegationsspiel im Stadion Rote Erde gegen den SSV Hagen auf dem Platz. Den Aufstieg in die Regionalliga West hat Peter Anders auch heute noch in lebhafter Erinnerung. Vor allem, da der junge Oer-Erkenschwicker damals auf dem Zettel von Udo Lattek landete. Anders’ Pech: Lattek, Trainer der deutschen Amateur-Nationalmannschaft, wurde kurz darauf Trainer beim FC Bayern München. Mit ihm war auch der Zettel verschwunden. Mit den Schwarz-Roten feierte der technisch beschlagene Offensivspieler fortan aber etliche Erfolge.
Anders erlebte die letzte Hoch-Zeit des Amateurfußballs hautnah und intensiv mit. Im neuen Westfalenstadion bestaunten beispielsweise 20 000 Zuschauer, wie gut die Spvgg. damals mit dem BVB mithalten konnte. Ein Datum wird Peter Anders aber nicht mehr loslassen: Es ist der 4. Oktober 1975, 2. Liga Nord im Wuppertaler Zoo-Stadion, als die Karriere des gerade 25 Jahre jungen Stürmers jäh endete. Im rechten Knie rissen Meniskus, Innen- und Kreuzband. Gerade noch obenauf, lag Peter Anders nun am Boden. Erkenschwicks Trainer Detlef Brüggemann ermunterte Anders, als Trainer dem Fußball erhalten zu bleiben. Die A-Jugend der Spvgg. Erkenschwick, in der damals unter anderem ein gewisser Ingo Anderbrügge spielte, führte Anders Ende der 70er Jahre in die höchste Spielklasse. Es folgten etliche Trainerstationen im Seniorenbereich, unter anderem VfB Kirchhellen, Spvgg. Herten, SG Hillen, Spvgg. Erkenschwick, Spvgg. BW Post oder aktuell FC 96. Ans Aufhören will Peter Anders auch mit jetzt 60 nicht denken. „Man ist immer so jung, wie man sich fühlt. Und die Arbeit mit jungen Menschen hält mich fit“, sagt Anders, der als Bergbau-Ruheständler längst Freizeit genug hat, um sich mit seiner großen Leidenschaft Fußball zu beschäftigen. Dass Peter Anders allgemein als „harter Hund“ gilt, dieses Image wird der 60-Jährige aber nicht mehr los.
„Fitness und Disziplin sind das A und O“, sagt der A-Lizenzinhaber, „aber das gilt bei anderen Trainern wohl auch.“ Allerdings weiß der Oer-Erkenschwicker schon, woher er seinen Stempel hat. „Die Spieler reden viel untereinander, da hat man schnell seinen Ruf weg.“ Den Grundstein dafür hat Peter Anders vor rund 30 Jahren am Anfang seiner Trainerlaufbahn schließlich selbst gelegt. Als Trainer der Oer-Erkenschwicker Stadtauswahl hatte er bei einem Besuch in der Partnerstadt North Tyneside seinen Kickern den gut gemeinten Rat gegeben: „In England schließen die Pubs um elf Uhr. Seht zu, dass ihr danach schnell im Hotel seid.“ Anders wartete. Er wartete lange. Nach Mitternacht schlichen die ersten Spieler durch die Hoteltür. Einige offenbar ziemlich angeschlagen. Als auch der Letzte den Weg ins Hotel gefunden hatte, „habe ich um halb eins alle von ihren Zimmern holen lassen“, sagt Peter Anders. „Und dann sind alle eine halbe Stunde gelaufen.“
 
Quelle: Stimberg-Zeitung

 

 

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