lehmann kevin 7Verfechter der Statistik müssen tapfer sein: Selten täuscht die so sehr wie nach der Partie zwischen Spvgg. Erkenschwick und FC Iserlohn. Alles spricht für die Schwarz-Roten – nur das Ergebnis von 0:3 nicht. Das Unheil nahm in der zweiten Minuten der Nachspielzeit der ersten Halbzeit seinen Lauf. Dennis Konarski leistete sich ein Foulspiel, zehn Meter hinter der Mittellinie. „Unnötig“, wie Trainer Ahmet Inal befand, aber der Ball war ja weit entfernt von der Gefahrenzone.

 

Mit dem Blick für den Nebenmann: Kevin Lehmann (rechts) passt auf die Außenbahn. Foto: Olaf Krimpmann

In die wurde er von Leon Enzmann geschossen. Am zweiten Pfosten stand sträflich frei Philipp Herder und nutzte den ersten (!) ernsthaften Torschuss der Gäste zum 0:1.

 Das Spiel war damit auf den Kopf gestellt, denn die Partie lief eigentlich nur in eine Richtung. Ein halbes Dutzend bester Gelegenheiten hatten die „Schwicker“ bis zum Pausenpfiff ausgelassen. Sie verzogen aus guter Position (Gllogjani, 7., und Lehmann, 17.), scheiterten aus zwölf Metern zentral an Keeper Daniel Dreesen (Soltane, 19.) oder an Verteidiger Sascha Ernst. Der köpfte in der 25. Minute einen Schuss von David Sawatzki von der Linie.

 Gllogjani (43.) und Conde (43.; 45.) hätten auch noch treffen können, wenn nicht müssen, hätten sie im Strafraum nur richtig Druck auf den Ball bekommen und hätten sie nicht nur haltbare Rückgaben produziert. „Wir waren so oft in der Box“, haderte Ahmet Inal mit Recht.

 Mit Philipp Mandla war früh ein Angreifer ausgefallen, ohne Fremdeinwirkung hatte sich der zum Offensivmann umfunktionierte Verteidiger verletzt. Der Verdacht: Muskelfaserriss.

 Nach dem Seitenwechsel ging’s weiter in gleicher Manier: Vier Minuten waren gespielt, da trat Conde, frei gespielt von Jan Binias, frei stehend über den Ball (49.) – noch bessere Möglichkeiten konnte man nicht haben.

Zwei Standards entscheiden das Spiel

 Mittlerweile spielte auch Iserlohn ein wenig mit, produzierte etwas Gefahr. Wieder musste ein Freistoß her, der zu einem Tor führte. David Sawatzki ließ Kevin Meckel auflaufen, Johannes Zottl nahm Maß und traf den Freistoß in die Torwartecke des von Florian Gabisch gehüteten Spvgg.-Tores.

 Seinem Keeper machte Inal wie dem gesamten Team keinen Vorwurf. Aber der Freistoß gehörte für den Trainer ebenfalls in die Kategorie „unnötig“. Von Einsatz und Leidenschaft war kaum einem Schwarzhemd an dem Tage ein Vorwurf zu machen.

 Aber was sie auch versuchten, Iserlohn warf sich in die Bälle. Da nutzte auch ein Eckballverhältnis von 11:1 zugunsten der Spvgg. nichts, da unter anderem Sascha Ernst in der 63. Minute erneut auf der eigenen Torlinie klärte.

 Iserlohns Trainer Christian Hampel sah zwar einen drückenden Gegner, aber auch „viel Gewühle“. Und das konnte der FC einigermaßen gefahrlos verteidigen.

 Als die Spvgg. aufmachte und auf Dreierkette umstellte, fiel Treffer Nummer drei: Nach einem Ballverlust von Lehmann lief der Konter über Dominik Deppe, der zum 0:3 einnetzte (84.).

von Olaf Krimpmann / Medienhaus Bauer

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