inal ahmed 4Ahmet Inal hat in seiner Fußballkarriere schon einiges erlebt, nicht erst mit seinen 34 Jahren ist der Angreifer zum Pragmatiker geworden: „Wichtig war nach einem Unentschieden und einer Niederlage zuletzt doch nur der Sieg“, fand Inal nach dem 2:0-Erfolg der Spvgg. Erkenschwick in der Westfalenliga 2 über Aufsteiger Schüren. Dass ausgerechnet er mit seinen beiden Treffern der entscheidende Spieler auf dem Platz war, entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Mehrfach hatte sich Ahmet Inal zuvor den Zorn einiger Zuschauer zugezogen.

 

Blieb cool, als es darauf ankam: Erkenschwicks Torjäger Ahmet Inal erzielte gegen Aufsteiger Schüren seine Saisontreffer Nummer vier und fünf. Foto: Krimpmann

 „Man hat heute gesehen, dass ich ein Strafraumspieler bin“, sagte der Angreifer hinterher. „Bekomme ich dort den Ball, dann mache ich ihn auch rein.“

Lange Zeit aber hing Inal wie die gesamte Erkenschwicker Mannschaft in der Luft: Pässe in die Tiefe gab es einfach nicht. Die Folge: Inal musste immer wieder zurück und sich die Bälle selbst holen. „Das ist natürlich nicht mein Spiel“, meinte der Stürmer. „Wenn ich mich fallen lasse und die Bälle hole, passieren Fehler.“

Nun gut, ist man geneigt zu sagen: Wenigstens zeigte Ahmet Inal am Sonntag wenigstens in der „Box“ keine Schwächen und nutzte seine beiden Schusschancen auch souverän. Mit insgesamt fünf Treffern führt der Routinier die klubinterne Torjägerliste vor Jan Binias, Skander Soltane und Bernard Gllogjani an, die bisher jeweils zweimal ins Schwarze trafen.

 Trotzdem war auch der spielende Co-Trainer nicht glücklich mit dem Spiel und schon gar nicht mit der Stimmung auf den Rängen im Stimberg-Stadion: „Wir versuchen hier, eine positive Stimmung reinzubekommen, da erwartet man von den Zuschauern auch etwas mehr Unterstützung.“

Dass die Mannschaft sich nach Abpfiff nicht von den eigenen Fans an der Stehtribüne feiern ließ, stieß so manchem Anhänger doch bitter auf. Allerdings dürfte das nur eine kleine Nebenepisode sein.

 Denn die Spvgg. ist weiter dran an den absoluten Spitzenplätzen der Liga. Und sie hat auch noch alle Chancen auf den Kreispokal – an diesem Mittwoch kämpfen die Schwarz-Roten beim Bezirksligisten RW Deuten um den Einzug in das Halbfinale.

Wahrscheinlich muss man es wie Trainer René Lewejohann halten: „Fußball ist ein Ergebnissport. Wir nehmen den Dreier gegen Schüren gerne mit, am Ende fragt niemand, wie der zustande gekommen ist.“ Auch der Übungsleiter erweist sich da ganz als Pragmatiker.

von Olaf Krimpmann / Medienhaus Bauer

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