inal ahmed 3René Lewejohann hatte es kommen sehen: „Wir wussten, was für einen Huf Dragicevic hat, was für eine Waffe das ist.“ Mit einem 25-Meter-Treffer an die Unterkante der Latte traf Hordels Offensivmann zum 2:2. Das Tor fiel in der 89. Minute, kurz vor Schluss also. Zeit, um das Ergebnis noch in eine andere Richtung zu drehen, blieb kaum. Und auch in den paar Minuten Nachspielzeit wurde deutlich: Der Spvgg. Erkenschwick fehlten am Ende die Mittel, um den Sieg einzufahren. „Spitzenreiter, Spitzenreiter“ hatten die mitgereisten Fans schon mehrfach skandiert. Zu früh.

Ahmet Inal Spvgg. Erkenschwick Fußball Westfalenliga Saison 2018/2019 Vermeintlich auf dem Weg zum 1:3. Ahmet Inal hat in der 45. Minute den möglicherweise entscheidenden Treffer auf den Fuß, scheitert aber an Hordels Keeper Kevin Kampschäfer. Foto: Olaf Krimpmann

 Sie wussten darum, dass Sinsen in Meinerzhagen hoffnungslos in Rückstand geraten war. Sie sahen selbst, wie erst Hordel in Führung ging durch Naeem Charles (20.), wie dann aber ihre Mannschaft die Oberhand gewann.

 Hordel zeigte sich bissig, angriffslustig, war „schwer zu bespielen“, wie Lewejohann sagte. Aber Hordel hatte auch am eigenen Fehlstart in die Saison zu knabbern. Mit dem 1:1, das Bernard Gllogjani nach einer Energieleistung und mit viel Wut im Bauch erzielte (30.) – „Berni“ hatte bis dahin einiges einstecken müssen – war das Selbstbewusstsein der Hordeler nämlich dahin.

 Vor gut 200 Zuschauern, darunter gefühlt die Hälfte Anhänger der Spvgg., hatten die Rothemden jetzt alles im Griff. Sie kreierten zwar nicht Chance auf Chance, spielten aber ungemein effektiv. Zumindest fast. Nur fünf Minuten nach dem Ausgleich erzielte Kevin Lehmann die Erkenschwicker Führung, der Ex-Profi wurde mustergültig im Strafraum von Dennis Weßendorf bedient (35.). Vor dem Halbzeitpfiff waren die Gäste dem 3:1 deutlich näher als Hordel dem Ausgleich.

 Die größte Chance hatte Ahmet Inal auf dem Fuß, der in der 45. Minute auf Hordels Keeper Kevin Kampschäfer zulief, in Bedrängnis aber aus kurzer Distanz scheiterte.

 Nach der Pause verflachte das Spiel, dem TuS-Coach David Zajas ein „sehr gutes Westfalenliga-Niveau“ attestiere, ein wenig. Erkenschwick verwaltete die Begegnung nun, verpasste es aber, zwingend aufs dritte Tor zu spielen. Hordel steckte weiter im Tief und reagierte nur. Erst in der Schlussviertelstunde wurde es wieder munterer.

 Zunächst scheiterte Bernard Gllogjani aus 16 Metern an Kampschäfer (74.), was irgendwie die Hordeler Geister weckte, nicht die Erkenschwicker. Die offenbarten plötzlich große Lücken im Mittelfeld, die die Mannschaft auch mit drei frischen Leuten nur selten zulaufen konnte.

 Die letzte Bastion – die Abwehr um Philipp Mandla und Lukas Große-Puppendahl sowie Keeper Philipp Kunz – dafür hielt. Klare Chancen im Erkenschwicker Strafraum konnte sich Hordel nicht herausspielen.

 Aber in der „Kappskolonie“ haben sie offenbar einige ganz gute Scharfschützen gezüchtet. Bei den strammen Distanzschüssen von David Schürmann (76.) und Philipp Dragicevic (81.) musste Kunz bereits sein ganzes Können aufbieten. Als Dragicevic in der 89. Minute erneut aus gut 25 Metern Maß nahm, war auch Kunz machtlos: Der Ball schlug von der Unterkante der Latte im Erkenschwicker Tornetz ein.

von Olaf Krimpmann / Medienhaus Bauer

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