Spvgg Halbzeit in Coesfeld 2018Wer an diesem Sonntag in Coesfeld auf der Sportanlage „Im Haugenkamp“ gegen 15.50 Uhr kurz mal die Toilette aufsuchen musste, der konnte gar nicht anders als das Donnerwetter mitanzuhören, das den ganzen Kabinentrakt erbeben ließ. Es war eine bemerkenswerte Halbzeitansprache, die Spvgg. Erkenschwicks Trainer René Lewejohann hielt. Was hatte er auch anderes tun sollen: Nach 45 Minuten lag sein Team beim Bezirksligisten DJK Eintracht Coesfeld mit 0:2 hinten – und das auch noch völlig verdient.

 

Spvgg. Erkenschwick Testspiele Saison Westfalenliga 2018/2019 Enttäuschung Gang in die Kabine Ohne Worte: Timo Conde, Lukas Große-Puppendahl, Philipp Mandla, Hakan Gökdemir und Ibrahim Erdem (von links) beim Gang in die Kabine. Foto: Olaf Krimpmann

 „Das war das Grottigste, was ich bisher gesehen habe“, so der Trainer mit ein wenig Abstand zum Spiel.

 Bis zum endgültigen Abpfiff fielen zum Glück noch einige Tore auf beiden Seiten, aber das 3:4, das es letztlich wurde, war nicht das, was sich die Schwarz-Roten erhofft hatten. „Was wir nach vorne gespielt haben, war zweite Halbzeit richtig gut. Aber wenn ich bei einigen sehe, dass da immer noch keine Körpersprache ist und keine Einstellung, dann macht mich das fuchsig“, so der Erkenschwicker Trainer.

 Vier Gegentore bei einem sicher nicht ganz schlechten Bezirksligisten schmerzen, auch wenn es „nur“ die Vorbereitung ist. Als die Gäste vom Stimberg in ihrem ersten Testspiel überhaupt den ersten gefährlichen Torabschluss hatten, es war ein strammer Schuss von Djanyi dos Santos (36.), den Coesfelds Keeper parierte, hatten die Hausherren schon zweimal zugelangt. Der zweifache Torschütze Marius Borgert (5.; 29.) hätte gar alleiniger Schützenkönig von Coesfeld werden können, fand aber im bis dahin besten „Schwicker“, Torhüter Florian Gabisch, mehrfach seinen Meister.

 Ob Ballverluste in der gefährlichen Zone im zentralen Mittelfeld, ein eher halbherziges als schnelles Zustellen der Räume und eine Zweikampfführung, die kaum als solche zu bezeichnen war – Lewejohann wusste in der Halbzeit gar nicht, wo er anfangen sollte mit seiner Generalabrechnung.

 In der Pause wechselte „Lewe“ durch, jetzt tat sich auch einiges vor dem Coesfelder Tor. Ahmet Inal zeigte sofort Präsenz im Sturm, auf den Flügeln sorgten Sascha Drepper und Skandar Soltane für viel Druck. Neuzugang Timo Conde, der in den ersten 45 Minuten noch völlig in der Luft gehangen hatte, hatte auf einmal klare Möglichkeiten. „Da waren insgesamt sieben, acht Hundertprozentige dabei“, sagt René Lewejohann. Dreimal traf sein Team immerhin – und vergaß erneut, ausreichend nach hinten abzusichern.

von Olaf Krimpmann / Medienhaus Bauer

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