jubel in wanne 2018Erkenschwicks Siegeszug in der Westfalenliga geht weiter. Dabei hätte die Spielvereinigung das Spitzenspiel beim DSC Wanne-Eickel am Donnerstagabend nie gewinnen dürfen. Am Ende aber siegten die Schwarz-Roten mit 3:1 (1:0). Trainer René Lewejohann hatte am Ende, als alle bekannten Jubelgesänge angestimmt waren, eine einfache Erklärung für den Sieg: „Wir sind eben Mentalitätsmonster.“ In der Tat hat der Ex-Profi den Schwarz-Roten eine Mentalität eingeimpft, die ihresgleichen sucht. Denn vor 300 Zuschauern in der Mondpalast-Arena sprach anfangs nichts, aber auch rein gar nichts für die Gäste.

          Keiner entkommt dem Trainer: René Lewejohan herzt Thomas Hildwein und Dennis Weßendorf nach dem Tor zum 0:2 - die Fans sind aus dem Häuschen.  Foto: Olaf Krimpmann

 Die kamen in den ersten 30 Minuten kaum über die Mittellinie, gewannen keine zweiten Bälle und behaupteten wenige erste. Wannes Manko war Erkenschwicks großes Glück: Selbst beste Gelegenheiten ließen die Gelbhemden aus, und davon hatte es bis zur 30. Minute fast ein halbes Dutzend gegeben.

 Lewejohann stellte um und zog abermals einen Joker hervor: Neun Minuten nach seiner Einwechslung erzielte Bernard Gllogjani das schmeichelhafte 0:1 für die Gäste (41.) – denn es war der erste Schuss aufs Wanner Tor der Gäste überhaupt in dieser Partie! Mindestens so wertvoll wie der Treffer aus zwölf Metern war die Vorarbeit durch Ridvan Avci.

 Der hatte sich schon einen Rüffel seines Trainer abgeholt („Zeig', dass du ein Führungsspieler bist“) und sich kurz darauf energisch durch den Wanner Strafraum gespielt.

Führungstreffer wirkt wie eine Befreiung

 Der Treffer stellte das Spiel auf den Kopf. Wanne war beeindruckt, Erkenschwick befreite sich und kam auf einmal auch zu guten Chancen.

 Danny Tottmann etwa traf in der 51. Minute den Außenpfosten. Dann erzwang Thomas Hildwein die Vorentscheidung: Auch „Tomek“ drang energisch in den Strafraum ein, und sein scharfer Pass in den „Fünfer“ wurde von Josse Gerick ins eigene Tor abgefälscht. Erkenschwick hatte das Glück buchstäblich erzwungen.

 Dass Wanne nicht K.o. ging, verdankte die Mannschaft dem Anschlusstreffer durch Timo Conde (67.), der eine aberwitzige Schlussphase einläutete. Wieder erspielte sich Wanne Chance auf Chance, wieder schluderten die Hausherren mit ihren Möglichkeiten. Selbst ein ballfertiger Spieler wie Sebastian Westerhoff schaffte es nicht, aus dem Fünfmeterraum den starken Spvgg.-Keeper Philipp Kunz zu überwinden (77.)!

 Es folgte, was in diesem Spiel, so wie es lief, folgen musste: Erkenschwick machte den Deckel drauf. Jan Binias lief einen Konter und wurde im Strafraum von Christian Melchner zu Fall gebracht – Ridvan Avci verwandelte den Elfmeter zum 1:3 (83.). Und fertig war das Spiel der Kategorie: „Geht nicht, gibt’s nicht“.            

von Olaf Krimpmann / Medienhaus Bauer

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