mandla philipp6Erst am Spieltag wusste Philipp Mandla, dass er gegen die SpVg. Olpe im Erkenschwicker Sturm spielen sollte. Der Innenverteidiger dankte es Trainer René Lewejohann beim 2:0-Sieg mit zwei Toren. Dass man da von einem Glücksgriff sprechen kann, liegt auf der Hand. „Mandla hat heute den Unterschied ausgemacht“, befand auch sein Trainer. René Lewejohann genoss den ersten Sieg im dritten Anlauf sichtlich. Nicht nur das Ergebnis stimmte aus Erkenschwicker Sicht.

 

Philipp Mandla Spvgg. Erkenschwick Fußball Westfalenliga Saison 2017/2018 Torjubel Stürmender Verteidiger im Jubellauf: Philipp Mandla nach seinem Treffer zum 1:0.  Foto: Olaf Krimpmann

 Bis auf ein paar „Wackler“ in den ersten 45 Minuten hatte sich sein Team als zuverlässig und stabil erwiesen, ganz im Gegensatz zum Harakiri-Kick vor 14 Tagen gegen Brackel.

 Allerdings hatten die Schwarz-Roten auch das Glück der Tüchtigen. Etwa als Olpes Thomas Ziegler einen Kopfball knapp am Pfosten vorbei setzte (37). Oder als Keeper Philipp Kunz reaktionsschnell einen Ball von Julian Scheppe parierte (39.). Nicht zu vergessen das Einsteigen von Dennis Konarski gegen Thomas Rath in Höhe der Mittellinie (43.).

 Schiedsrichter Alis Senol nestelte bereits an seiner Gesäßtasche um die Rote Karte zu zücken, wurde dann aber von seinem Assistenten zurückgepfiffen: Danny Tottmann war noch tiefer postiert, eine Notbremse war Konarskis Grätsche demnach nicht. Aber es gibt eben auch Schiedsrichter, die solch ein Einsteigen weit härter sanktionieren. „Blitz“ war mit der Gelben Karte daher auch gut bedient.

Die Führung fällt durch einen Freistoß

 Zu den erfreulichen Dingen des Nachmittags gehörten die Auftritte von Philipp Mandla. Beim 1:0 in der 23. Minute musste ein ruhender Ball herhalten, Mandla schoss einen Freistoß aus 18 Metern zur Führung ein. „Solch ein Tor muss man eben auch mal erzwingen“, lobte Trainer Lewejohann. Überaus sehenswert war dafür das vorentscheidende 2:0 ebenfalls durch Mandla. Der zum Mittelstürmer umfunktionierte Verteidiger zog an der Strafraumgrenze entlang Richtung Mitte und schoss platziert flach ins untere Eck ein (61.) – solch einen „Killerinstinkt“ hatte der Trainer von seinen Spielern eingefordert, Mandla hat ihn bewiesen und seine Versetzung nach vorne gerechtfertigt.

 Der 22-Jährige selbst hatte bis Sonntagmittag im Übrigen keine Ahnung, dass er als Stoßstürmer würde spielen dürfen. „Der Trainer hat mich in die Kabine gerufen und gesagt, dass er ein Attentat auf mich vorhätte“, berichtete der Doppeltorschütze grinsend. Abgesprochen sei nichts gewesen. Noch im Abschlusstraining hatte sich Mandla wie fast immer ums Toreverhindern bemüht.

 Insgesamt aber zeigte die Spielvereinigung eine deutlich reifere Leistung als zuletzt. „Erkenschwick hat gut gepresst, wir hatten keine Chance, den Ball in Ruhe über fünf, sechs Stationen zu spielen“, lobte daher auch Olpes Trainer Marek Lesniak.

 Mit dem 2:0 waren die Sauerländer am Ende gut bedient. Hatten sie in den ersten 45 Minuten die zwei geschilderten Großchancen, kam in Durchgang zwei außer einem Schrägschuss von Thomas Rath (70.) nichts mehr herum.

 Auf der Gegenseite wären weitere Tore möglich gewesen: Zweimal schloss Ibrahim Erdem ab, einmal parierte Keeper Sauermann stark (57.), einmal rettete Julian Scheppe für seinen geschlagenen Schlussmann auf der Linie (67.), dazu traf der eingewechselte Kevin Hegel aus kurzer Distanz ans Außennetz (77.).

von Olaf Krimpmann / Medienhaus Bauer

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