Filipovic Stjepan 3Die Vorfreude vor dem Rückspiel DSC Wanne-Eickel - Spvgg. Erkenschwick ist auf beiden Seiten groß – der gegenseitige Respekt ist es auch. Wannes Trainer Holger Flossbach spricht gar vom „Ur-Derby der Liga“, wenn er an Sonntag denkt. In der Tat tragen beide Klubs ihre Tradition mit einigem Recht vorneweg, wobei die der Gäste vom Stimberg sicher noch ein ganz Stück glorreicher ist als die des DSC. Aber das ist Vergangenheit.

 

 

Ein Duell, das es Sonntag nicht geben wird: Wannes Kapitän Sven Preissing (rechts) fällt verletzt aus, Erkenschwicks Stjepan Filipovic dafür ist einsatzfähig.  Foto: Olaf Krimpmann

Die Gegenwart ist die, dass sich Wanne und Spvgg. in Liga sechs messen, und die Spannung bezieht das Duell vor allem aus der Ausgangslage: Spitzenreiter Wanne kann mit einem Sieg einen weiteren Schritt Richtung Meisterschaft machen. Der Tabellenvierte vom Stimberg vielleicht noch mal vorne mitmischen – oder zumindest Platz zwei in Angriff nehmen.

„Wir jedenfalls nehmen auch Platz zwei ernst“, sagt Holger Flossbach. „Die Meisterschaft wird ja nicht an diesem Sonntag entschieden.“ Platz zwei könnte interessant werden, sollte in der Oberliga Westfalen ein Platz frei werden – auf welchem Wege auch immer das zustande kommen wird.

 Nicht wenige Experten fragen sich etwa, ob der FC Schalke 04 weiter bereit sein wird, Millionen in eine Oberliga-Mannschaft zu pumpen, die den eigenen Ansprüchen meilenweit hinterher läuft.

 Für Erkenschwicks Trainer René Lewejohann sind das ungelegte Eier: „Unser Fokus liegt auf der neuen Saison“, sagt der 34-Jährige, der in der Sache umgehend ein „Aber“ einwirft: „Aber wenn sich jetzt ein Bonbon ergibt, wollen wir es haben.“

Dazu müssen die „Schwicker“ wieder deutlich stabiler auftreten als zuletzt. Lewejohann kehrt zunächst die positiven Seiten des 3:4 gegen Brackel hervor: „Die Jungs haben an sich geglaubt und waren dem vierten Tor näher als Brackel dem Ausgleich. Leider haben wir dann das Verteidigen vergessen.“ Viel habe es im Training daher aufzuarbeiten gegeben. „Aber die Jungs zeigen sich willig, und das freut mich.“

Bei der Spvgg. kehren die zuletzt gesperrten Philipp Kunz und Ibrahim Erdem in den Kader zurück wie der am vergangenen Sonntag beruflich verhinderte Bernard Gllogjani. Auf Wanner Seite fehlen unverändert Sebastian Westerhoff, Kim Völkel und Kapitän Sven Preissing. „Gegen einen Gegner wie Erkenschwick wären sie erste Wahl“, hadert Flossbach – wobei der Trainer eigentlich kaum etwas zu meckern hat: Seit 569 Minuten ist der DSC ohne Gegentor. Es ist ein Produkt guter Organisation auf dem Feld, die der Spvgg. zuletzt abging.

 Vielleicht kann Erkenschwick Wanne in Verlegenheit bringen? René Lewejohann, vormals auf dem Feld ein Stürmer der „alten Schule“, hätte nichts gegen einen offenen Schlagabtausch einzuwenden: „Ich wünsche den Zuschauern und uns, dass es ein schönes und vor allem ein ehrliches Derby wird.“

Ohne Schnickschnack – wie es sich für Liga sechs gehört.   

von Olaf Krimpmann / Medienhaus Bauer

DSC Wanne-Eickel - Spvgg. Erkenschwick;

So., 15 Uhr Mondpalast-Arena.

Navi: Im Sportpark, 44652 Herne.

 

       

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