spvgg gegen haltern 2017Wer am Freitagabend gegen 23 Uhr das Vereinsheim der Spvgg. Erkenschwick betrat, war baff: Nicht nur, dass dort die am Stimberg oft legendäre Ein-Euro-Party tobte und die Bude gerammelt voll war. Etwas weiter hinten im Raum saßen die Protagonisten des Abends friedlich vereint. 90 Minuten hatten sich die Spieler der Spvgg. Erkenschwick und des TuS Haltern zuvor im Kreispokal-Viertelfinale abgegrätscht und auch verbal beharkt. Jetzt saßen sie beieinander und genossen entspannt den Abend.

 

Vor dem Spiel gab's den obgligatorischen Handschlag, nach der Partie wurde im Vereinsheim gemeinsam gefeiert.  Foto: Olaf Krimpmann

 Mittendrin die beiden Trainer Magnus Niemöller (Haltern) und Zouhair Allali (Erkenschwick). Auch in der biergeschwängerten Luft konnte Allali, der als Muslim Antialkoholiker ist, zufrieden dem Treiben an der Theke und rund um der Tanzfläche folgen. „Die Jungs haben das wirklich gut gemacht“, befand Allali. Das 0:2 gegen den Oberligisten ging am Ende auch für den Erkenschwicker Übungsleiter in Ordnung. Weil Haltern im Schlussdrittel des umkämpften Spiels Druck machte und sein Team vor Probleme stellte.

 Mit ein wenig mehr Dusel und Cleverness wäre aber mehr drin gewesen, fand der Trainer: „Was mich stört, ist, dass das 0:1 aus einem langen Ball resultiert.“ Den hätte man doch irgendwie verteidigen können, ja müssen.

 Ausgespielt wurde sein Team in der Situation ja nicht unbedingt, nur hatte Stefan Oerterer (am Abend natürlich einer der vielen Halterner Partygäste) damit endlich den Raum, den der Angreifer so liebt. Früher hatten sie am Stimberg solche Aktionen bejubelt, am Freitagabend haben sie lieber geschwiegen und ein Bier nachgekippt.

 Nachlegen will jetzt Allali. Dessen Gedanken kreisten schon ums Meisterschafsspiel gegen Hordel. Mit der Leistung gegen Haltern, da ist der Trainer sicher, ist auch gegen Hordel was drin. „Muss“, wie Zouhair Allali zufügt.

von Olaf Krimpmann

Zum Seitenanfang